
Sie haben heute Morgen Ihr Handy geöffnet. Nach links gewischt. Das Wetter überprüft. Eine Nachricht gesendet. Den Kaffee mit einem Tippen bezahlt. Sie haben sich nicht gefragt, wie es funktioniert. Sie mussten es auch nicht.
Das ist genau der Punkt.
Man hat uns einen Traum verkauft: Technologie, die einfach funktioniert. Keine Anleitungen. Keine Schrauben. Kein Problembeheben. Einfach tippen, wischen und los.
Doch hier ist die stille Kosten: wir haben vergessen, wie überhaupt etwas funktioniert.
Nicht weil wir faul sind. Nicht weil wir dumm sind. Sondern weil die Systeme um uns herum absichtlich so gestaltet wurden, dass Verständnis verhindert wird.
Das geht nicht nur um Ihr Smartphone. Es geht um Ihr Auto, Ihre Heizung, Ihre Mikrowelle, Ihren WLAN-Router. Sogar die Lichter in Ihrem Haus -- jetzt intelligent, verschlüsselt und ohne Unternehmens-App nicht mehr reparierbar.
Wir sind keine Nutzer mehr. Wir sind Zuschauer.
Und unsere Zivilisation verliert langsam ihr Gedächtnis.
Die große Unlernung
Denken Sie an die 1980er Jahre zurück. Ihr Vater öffnete das TV-Gehäuse, um ein lose Kabel zu reparieren. Ihre Mutter ersetzte die Sicherung im Toaster. Sie haben einen Radioapparat auseinandergebaut, um zu sehen, wie er Klang erzeugt.
Heute? Versuchen Sie, Ihr iPhone zu öffnen. Gehen Sie voran. Sie verlieren die Garantie. Die Schrauben sind manipulationsgesichert. Der Akku ist verklebt. Der Bildschirm geht nicht an, es sei denn, die Software des Herstellers genehmigt es.
Das ist kein Zufall. Das ist ein Geschäftsmodell.
Unternehmen wollen nicht, dass Sie Dinge reparieren. Sie wollen, dass Sie neue kaufen.
Aber die tiefere Tragödie? Sie wissen nicht einmal mehr, warum Sie danach fragen sollten.
Wir haben Verständnis gegen Bequemlichkeit eingetauscht. Und dabei die mentale Infrastruktur zerstört, die uns einst ermöglichte zu fragen: Wie funktioniert das?